Deine Geschichte wird in uns weiterleben!
Anna Szałaśna 1926-2026
Am 18. Februar 2026 verstarb Anna Szałaśna – Freundin der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim, ehemalige Häftling des KL Auschwitz II-Birkenau und des KL Ravensbrück, Forscherin im Bereich der Musikfolklore.
Was Frau Anna bei den Treffen mit Jugendlichen in unserem Haus immer wieder sagte, wird uns für immer in Erinnerung bleiben: die Worte ihres Vaters: „Wichtig ist, was für ein Mensch du bist, nicht welche Nationalität du hast.” Dazu fügte sie hinzu: „Meine Erfahrungen haben daran nichts geändert.”
Obwohl sie die Grausamkeiten des Krieges und des Lagers überlebt hatte, trug sie eine außergewöhnliche Kraft und Vertrauen in die menschliche Güte in sich.
Anna Szałaśna wurde am 31. Oktober 1926 in Chryplin bei Lemberg geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Später lebte sie mit ihren Eltern und Geschwistern in Posen und Toruń. In den ersten Kriegstagen wurde sie verwundet, woraufhin ihr ein Bein amputiert werden musste.
1943 wurde sie von der Gestapo verhaftet und kam ins Gefängnis in Tarnów. Im Juni desselben Jahres wurde sie nach Auschwitz II-Birkenau gebracht (Häftlingsnummer 47628). In diesem Lager arbeitete sie in einer Grabenbaukommando und in einer Näherei. Im August 1944 wurde sie in das KL Ravensbrück verlegt und dort zur Zwangsarbeit für die Firma Siemens eingesetzt. Im April 1945 gelangte sie im Rahmen einer Aktion des Roten Kreuzes nach Schweden.
1946 kehrte sie nach Polen zurück und ließ sich in Stettin nieder. Sie absolvierte ein Musikstudium und arbeitete unter anderem am Institut für Kunst der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Sie war langjährige Jurorin des Nationalen Festivals für Volksmusikgruppen und -sänger in Kazimierz Dolny an der Weichsel und einer Reihe anderer Folkloreveranstaltungen.
Seit 1956 lebte sie in Warschau.
In den letzten zehn Jahren traf sie sich während ihrer Aufenthalte in der IJBS mit den Teilnehmern unserer Projekte und teilte ihre Geschichte und ihre Lebensfreude mit ihnen.
Im Jahr 2020 feierte der Film „Wigilie Anny Szałaśnej” (Die Heiligabende von Anna Szałaśna) unter der Regie von Grzegorz Gajewski Premiere. Der Film wurde unter anderem in der IJBS in Oświęcim gedreht und kann unter https://www.youtube.com/watch?v=UzKHYxUonzc angesehen werden (nur auf Polnisch).
Die Trauerfeier findet am 28. Februar 2026 um 14 Uhr in der Katedrze Polowej Wojska Polskiego pw. NMP Królowej Polski, in Warschau statt.
Ihre letzte Ruhestätte wird der Zentralfriedhof in Stettin sein – Grabstelle 47 B.
Frau Anna, Deine Geschichte wird in uns weiterleben!










